Das Modellprojekt AjuMA -|Ausbildung junger Männer|in der Altenpflegehilfe

Zum 01.07.2010 startet dieses Modellprojekt - gefördert aus Mitteln des Landes Hessen und des ESF Hessen.

Die Ausgangslage

Als Folge der Verlängerung der Lebensdauer und des generativen Verhaltens wächst in Deutschland der Anteil älterer Menschen. Steigende Lebenserwartung, häufiges Erreichen eines hohen Alters und veränderte Familienstrukturen führen zu steigendem Bedarf an professionellen Pflege- und Betreuungsleistungen für alte Menschen.


Derzeit werden in Deutschland über 2 Mio. Pflegebedürftige teils durch Familienangehörige, teils durch 200.000 Beschäftigte in 10.000 ambulanten Pflegediensten und durch 510.000 Beschäftigte in 9.700 Altenheimen versorgt. Altenpflege ist beschäftigungsintensiv. Der Sektor wächst nachweisbar. 82% der Beschäftigten sind Frauen; der  Altersdurchschnitt liegt bei 42 Lebensjahren. Der Sektor beschäftigt überproportional MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund (ca. 30%). Die berufliche Qualifikation der Beschäftigten ist heterogen – bis zu 50% der Einsatzkräfte sind un- und angelernte Personen.


In Hessen ist eine Ausbildung unterhalb des Niveaus der klassischen Vollberufe als Kranken- oder Altenpflegehelferin möglich. Bei 1-jähriger Ausbildungszeit ist der Hauptschulabschluss Einstiegsniveau. An diesen Ausbildungsgang kann die 3-jährige Alten-, Kranken oder Kinderkrankenpflegeausbildung angeschlossen werden, für die ansonsten mindestens die mittlere Reife nötig wäre. 

Der Ansatz des Projekts

Personalgewinnung ist schon lange ein Problem der deutschen Altenpflege. Aus der Vielzahl sinnvoller und notwendiger Ansätze zur Behebung dieser Probleme wählt AjuMA folgenden Ansatz: 

  • Es konzentriert sich auf die Anwerbung von jungen, männlichen Hauptschulabsolventen mit Migrationshintergrund für eine einjährige Ausbildung zur Altenpflegehilfskraft und erschließt der Altenpflege dadurch ein neues, bisher vernachlässigtes Beschäftigtenreservoir.
  • Es schafft Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung, indem es eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen implementiert, die im  schulischen Ausbildungsteil der Altenpflegeausbildung bisher nicht üblich sind.
  • Das Projekt will die betriebliche Ausbildungskompetenz und Lernkultur in der Altenpflege voranbringen. Den Einrichtungen der Altenpflege fehlen mitunter Personen, die zur Unterstützung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung beauftragt und ausgebildet sind oder diese Personen sind überlastet. Häufig sind auch die betrieblichen Ausbildungspläne und Lernumgebungen entwicklungsbedürftig. 

 Das Projekt initiiert einen Ausbildungsverbund zwischen Projektträger (GOAB), ca. 10 – 15 Ausbildungsbetrieben der Altenpflege und renommierten Pflegeschulen.

Aufgaben des Ausbildungsverbunds AjuMA

  • Er bildet in den mitwirkenden Ausbildungsbetrieben Personen weiter, die während der Projektlaufzeit und über diese hinaus als "betriebliche Praxisanleiter / Lerncoaches" fungieren werden. In der Regel sind die PraxisanleiterInnen bereits vorhanden. In einem Kurs werden diese Personen auf die besonderen Bedingungen des Projekts und der Zielgruppe / Azubigruppe vorbereitet.
  • In der Praxisphase der Ausbildung berät der Verbund die Praxisanleitungen, organisiert  Zusammenkünfte und wirkt auf die qualitative Ausgestaltung des betrieblichen Ausbildungsabschnitts ein 
  • Er bewirbt intensiv die Ausbildung in der Altenpflege - insbesondere in Migrantenkreisen.
  • Er bildet in 3 Durchläufen a 15 Personen insgesamt 45 junge Männer mit Migrationshintergrund zu Altenpflegehelfern (einjährige Ausbildung) aus. Eine unbestimmte Anzahl der Absolventen der 1-jährigen Ausbildung schließt daran eine Ausbildung zum Altenpfleger (dreijährig) an – dies ist nicht mehr Projektgegenstand;
  • Die schulischen Lerngruppen werden durch Projektförderung auf Klassengrößen von 1:15 (normalerweise ca. 25-30) verkleinert.
  • Um die Praxisanleitungen im betrieblichen Ausbildungsabschnitt auch tatsächlich für die Ausbildungsbetreuung abstellen zu können, gewährt das Projekt den Ausbildungsbetrieben einen Zuschuss, der für die Stellung von Ersatzpersonal genutzt werden soll;
  •  Eine sozialpädagogische Begleitung wirkt an der Teilnehmergewinnung und deren Begleitung in den Ausbildungsabschnitten mit. „Aufwärtscoaching“ als Motivierung der erfolgreichen Absolventen zum Anschluss einer Vollausbildung in der Altenpflege ist ein weiterer Bestandteil der Teilnehmerbegleitung.
 
Klaus Schwarz

Adresse / Info

über GOAB-Geschäftsstelle !
Kaiserstr. 66
63065 Offenbach
Telefon: 069 / 986488-0
Telefax: 069 / 862297 

Projektleitung: Klaus Schwarz


Hier Info-Flyer von AjuMA...